AG Seelische Gesundheit und Erwerbssuche

Diese Arbeitsgemeinschaft wurde 2012 gegründet und ist ein Kooperationsprojekt mit der Leipziger Qigong-Zentrum Schöley Rank GbR. Unser Vorbild ist der gebürtige Neuseeländer Mike Gallen, Deutschlands bisher einziger hauptberuflicher Arbeitslosenseelsorger und eigentlicher Impulsgeber zur Münchner Vereinsgründung von *nea e.V. – Netzwerk erwerbssuchender Akademiker.  Als Pastoralreferent arbeitet er als Ansprechpartner für Erwerbssuchende im Auftrag der Erzdiözese München und Freising. Seine Motivation drückte er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ vom 10.03.2015 so aus:

„Wenn man einen Partner hat, dann trifft der Verlust des Arbeitsplatzes diesen Menschen oft nicht so extrem, weil man immerhin jemanden hat, mit dem man reden kann. Aber viele haben den nicht, und dann wird es schwierig. Ich hatte kürzlich einen Anrufer, der sagte: Herr Gallen, ich will nur, dass ein Mensch in der Stadt weiß, dass es mich überhaupt gibt, deshalb telefoniere ich mit Ihnen. (…) es zeigt genau das Problem und wohin die Arbeitslosigkeit führt: in die Einsamkeit. Ich versuche in meinem Job, diesen Menschen wieder Lust auf das Leben zu machen. Damit sie die Chance haben, sich neu zu orientieren, wenn ihnen die Arbeit weggebrochen ist – aus welchen Gründen auch immer.“

In Leipzig gibt es dank Pfarrer Christian Führer als Pendent die Kirchliche Erwerbsloseninitiative (KEL e.V.), mit der unsere Arbeitsgemeinschaft bis 2017 ebenfalls eng zusammengearbeitet hat und an deren großen runden Beratungstisch wir von der damaligen Geschäftsführerin Heike Knechtel von Beginn an herzlich willkommen waren. Dank engagierter Unterstützung von Nicole Koburger (Leipziger Bündnis gegen Depression e.V.) und Ina Klass (Selbsthilfekontakt- und Informationsstelle der Stadt Leipzig) haben wir uns den Schwerpunkt gesetzt, vor allem präventiv für das bisher weitgehend tabuisierte Themenfeld „Seelische Gesundheit und Erwerbssuche“ zu sensibilisieren. Wir beteiligen uns öffentlichkeitswirksam u.a. sowohl an städtischen „Selbsthilfetagen“ als auch an den „Leipziger Wochen der seelischen Gesundheit“ durch eigene Workshopbeiträge und Veranstaltungsangebote.